Montag, 4. Juli 2011

25.08.2010 Auch neue Karten lügen manchmal

Wir haben es tatsächlich geschafft, gleich am ersten Tag 13 km Strecke und 1300 Höhenmeter zu laufen, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet und es so geplant, dass man auch ein Stück mit dem Bus hätte fahren können. Aber Daddy und Daughty waren strikt dagegen.

Am Anfang des Tages war es ein wenig unangenehm, denn der auf der Karte eingezeichnete Weg am Wasserfall vorbei existierte nicht mehr. Nach einigem Suchen wurde ein Trampelpfad gefunden, der aber leider auf der Driving Range des neu angelegten Golfplatzes endete - was den Golfern natürlich gar nicht gefiel. Später stellte sich heraus, dass ein für das Mittagessen eingeplanter Gasthof nicht mehr in Betrieb war. Die Karte hatten wir erst im vorigen Jahr gekauft, und ansonsten waren die Tobacco-Karten (im Gegensatz zu denen von Kompass) immer exakt gewesen. Nun ja.




In der Nähe dieser schönen Martinskapelle, in Bad Gfrill, hatten wir dafür dann eines dieser Erlebnisse, die diese Wanderung zu etwas ganz besonderem machen. Es war Kaffezeit, und so sind wir im Cafe eingekehrt. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, in Gfrill zu übernachten, um die erste Etappe kurz zu halten, aber dort war Ruhetag. Der Gfriller Hof und das Cafe Bad Gfrill werden von der gleichen Familie betrieben, und als wir auf der Terrasse Platz genommen hatten, fragte uns die Bedienung: "Sind Sie die Pilger?" Daraufhin entspann sich eins der netten Gespräche, die uns so gefallen, und wir wurden wunderbar bedient und mit den besten Wünschen weitergeschickt.

24.08.2010 Wieder unterwegs

Als Zugtickets hatten wir in Deutschland Rückfahrkarten von/bis Bozen gekauft, da Rückfahrkarten im internationalen Verkehr oft preiswerter sind als Einzelfahrkarten. Für die Strecken Bozen-Lana/Bugstall und später Verona-Bozen direkt in Italien Fahrkarten zu kaufen, sollte kein Problem sein, dachten wir, und so war es auch. In Bozen hatte ich es erst auf Italienisch versucht, aber der Mensch am Schalter hat mir gleich auf Deutsch geantwortet. Alles lief prima.

Vom Bahnhof aus konnten wir uns etwas einlaufen und haben unsere Pension problemlos gefunden. Die Pension Unteranger hier in Lana ist ein gutes Beispiel dafür, dass die offizielle Sterne-Klassifikation unsere Bedürfnisse nicht richtig wiederspiegelt. Die Zimmer sind einfach ausgestattet und ohne Fernseher, deshalb gibt es offiziell nur einen Stern. Aber die Wirtin ist nett und die ganze Atmosphäre so freundlich, dass wir uns gleich wohl gefühlt haben. Wir haben beschlossen, für uns außer der Sterne-Klassifizierung auch eine Herzen-Klassifizierung einzufzühren, für Freundlichkei und Wohlfühlen-lassen. Das hier waren vier Herzen.