Dienstag, 18. September 2012

28.05.2012 Heißer Asphalt, leider

In diesem Bereich des nördlichen (Bologneser) Appenin sind die Täler sehr tief eingeschnitten, weil der Untergrund aus leicht erodierbarem Sandstein besteht. Dies bedeutet leider auch, dass es nicht viele Möglichkeiten gibt, Straßen und Wege anzulegen, und so sind die historischen Wege, auf denen der Wanderweg entlangführt, auch die modernen Verbindungswege zwischen den kleinen Orten und daher geteert.
Vor allem rings um den Monte Adone gab es aber auch Sand. und Geröllpisten, die natürlich wesentlich angenehmer zu laufen waren.

Der nördliche Appenin ist unseren deutschen Mittelgebirgslandschaften ähnlich, aber höher und steiler. Zumindest in diesem Jahr ist er unglaublich grün. Die Wälder und Gebüsche sind schier undurchdringlich, so viel Unterholz wächst hier. Wenn der Weg auf einmal aufhören würde, könnte man sich nicht einfach querfeldein durch die Büsche schlagen wie zu Hause, man bräuchte eine Machete oder Säge.

Verschiedene Orchideenarten und wilde Gladiolen waren botanische Besonderheiten am Weg.

27.05.2012 Zeitweise schlammig

"Außer im Hochsommer kann der Weg entlang des Reno zeitweise schlammig sein" stand im italienischen Reiseführer (www.dabolognaafirenze.it). An diesem Tag im Frühsommer war er es definitiv!

Daddy als Barfußläufer stapfte genüsslich mitten durch die teilweise wadentiefen Pfützen, für uns andere war es schwieriger, Mom und Daughty sind ausgerutscht und hatten entsprechende Spuren an den Hosen. Aber das Wetter war sonnig und warm, so war es kein Problem, weil sich auch niemand verletzt hat.

Den ersten Teil des Wegs haben wir als Umweg gemacht, wir sind heraufgestiegen zur Basilika "Madonna di San Luca", der großen barocken Wallfahrtskirche, die über Bologna trohnt. Es war Pfingstsonntag, wir liefen unter den Arkaden - sie ziehen sich den ganzen Berg herauf und beschatten die Treppen - in einem ganzen Strom von Pilgern.

Von der Basilika aus ging es dann ins Renotal und durch den wilden Auwald nach Süden. Vermutlich gibt es Jahreszeiten, in denen der Weg durch Hochwasser unpassierbar ist. Er wird zum großen Teil nur durch die Nutzung durch Wanderer, Mountainbiker und zum Teil auch Reiter offengehalten. Später am Nachmittag ging es dann auf dem Damm entlang, und wir konnten die Berge sehen, die der Reno durchschneidet. Sie bestehen oft aus Sandstein mit bizarren und steilen Erosionsformationen. Später führte der Weg das Steilufer hinauf, an einem Punkt gab es ein seltsames Deja-Vu: Wie im Illerwinkel die Iller schauten wir auf den Reno am Fuß einer Steilklippe herunter, und auf der anderen Wegseite war landwirtschaftliches Gebiet. Hier allerdings war es Wein und damals an der Iller Milchviehwirtschaft...

Im Quartier "Prati di Mugnano" haben uns Luciano und Loredana sher herzlich empfangen, es war gerade Kirschenernte und wir haben einen ganzen Korb voll geschenkt bekommen. Mein Italienisch ist am Anfang der Reisen immer noch etwas holprig, aber die beiden haben extra ihre Tochter, die English und Französisch spricht, angerufen, damit sie unsere Wüsche für das Frühstück genau erfahren konnten.