Donnerstag, 11. März 2010

Westerstetten-Ulm, 27.07.2008

Die Albhochfläche wird intensiv landschaftlich genutzt, es war schön, zwischen den erntereifen Feldern zu wandern. Erinnerungen an frühere Zeiten waren ab und an zu sehen: Ein Lagerplatz für Ablesesteine zum Beispiel. Bevor es schwere Traktoren gab, wurden die Steine, die beim Pflügen aufgewühlt wurden, zu diesen besonderen Stellen gebracht und bilden dort heute brombeer- überwucherte kleine Hügel.
Ein landschaftliches Highlight waren zwei Trockentäler, die nach diesem feuchten Frühsommer voller duftender Kräuter und Schmetterlinge waren. Wir haben drei Verkehrsadern gekreuzt, die wir schon oft benutzt haben: Die ICE-Strecke Stuttgart-München, die B10 Geislingen-Ulm und die A8 Stuttgart-München. Es war seltsam, so allein zu wandern, während vor allem auf der Autobahn dichter Verkehr herrschte. Uns hat von denen wahrscheinlich niemand bemerkt.
Es war gar nicht einfach, ein Mittagessen zu bekommen. In den meisten Dörfern haben die alten Gesthäuser aufgegeben, wohl mangels Umsatz. Nur eine Sportlergaststätte hatte auf, so dass wir Standardgerichte essen konnten.
Beim letzen Aufstieg nach Ulm verschwand Sonny mit seinen 1.30m fast vollständig im hohen Gras- und Kräuterbewuchs des Trampelpfads. Etwas später stand mitten im Wald ein Verteilerkasten und darauf ein Aufkleber als Wegweiser eines Jakobswegs. Weil wir in Nord-Süd-Richtung unterwegs sind, kreuzen wir einige dieser alten Pilgerpfade, die ja in Ost-West-Richtung führen.
Vom Oberen Eselsberg sind wir mit dem Bus zum Ulmer Bahnhof gefahren. Nach 21km waren wir rechtschaffen müde und wollten unsere Füße nicht auf dem Stadtasphalt plattlaufen. Im Bahnhof waren die Menschenmassen wie ein Schock. Irgendwie kommt mir das Ulmer Bahnhofsgebäude immer viel zu klein für die vielen Reisenden vor.

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