Heute war das Wandern vor allem eins: anstrengend. Es ging wieder sehr viele Höhenmeter bergauf (1700) und viele, viele Kilometer weit (19). Insgesamt waren wir mit Pausen 10 Stunden unterwegs. Anfangs geht es immer recht gut, das Wetter war ansprechend und die Landschaft auch, Kalkfelsen, Wälder, Wiesen und Wochenendhäuser. Ein Problem hier im Süden ist das Wasser, man braucht wegen der Wärme viel, aber es gibt keine Bäche und Quellen mehr. Bei den Wochenendhäusern weisen die vielen Plastikflaschen in den Schuppen auch darauf hin, dass die Menschen ihr Trinkwasser mit dem Auto herauf bringen. Allenfalls Regentonnen haben wir gesehen. Und weit und breit keine bewirtschafteten Hütten, bis zum Tagesziel.
Das heißt, eine Alm gab es. Als sie kurz vor 6 Uhr abends in Sicht kam, glaubte Sonny schon, wir wären am Ziel. Man hätte dort sogar übernachten können. Aber sie war nicht als Übernachtungsmöglichkeit in der Karte oder im Internet zu finden. Wir hatten noch nicht einmal Zeit, zu schauen, ob wir etwas zu trinken oder zu essen kaufen konnten, aus Angst, dann zu spät am Tagesziel anzukommen und vor verschlossenen Türen zu stehen. Vor lauter Frust hat Sonny erst einmal seinen Rucksack auf den Boden geschmissen.
Keiner von uns hat ihn getadelt. Wir anderen waren nur etwas beherrschter. Gefühlt haben wir das gleiche.
Die gebuchte Übernachtung war dann eine Überraschung: Wir hatten eine Hütte erwartet, statt dessen stand da ein schmuckes Berghotel. Anfangs hatten wir etwas Bedenken, denn als wir von oben kamen, konnten wir sehen, dass das oberste Stockwerk noch nicht ganz ausgebaut war, die vollständig eingerichtete Terrasse und das Restaurant waren von dort aus nicht zu sehen.
So kamen wir dann in den Genuss eines neu und schön ausgestatteten Hotels mit ausgezeichneter regionaler Küche. Wie neu das Haus auch für seine Betreiber war, merkten wir am nächsten Morgen: die Wirtsleute waren noch so wenig mit der Anlage vertraut, dass sie vergessen hatten, den Warmwasserbereiter anzuschalten, so dass wir erst nach dem Frühstück hätten duschen können, das ging aber zeitlich nicht mehr.
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