Die heutige Etappe war ein gutes Beispiel dafür, dass man in der Planung immer eine Reserve lassen muss. Wir haben einen Abzweig verpasst, weil kein klarer Weg, sondern eine Vielzahl von Wegspuren da war, und bis wir auf der 1:50000er Karte ohne GPS-Gitter sicher sein konnten, dass wir zu weit gegangen waren, waren etwa 7km Umweg gemacht, was die Gesamtkilometer auf 20 erhöht hat. Und das in schwierigem Gelände.
Der Tovelsee, unser Tagesziel, liegt malerisch in einem tief eingeschnittenen Tal. Entsprechend steil sind die Abstiege. Mir hat es gar nicht gefallen, mit dem 12-Kilo-Trekking-Rucksack Stellen hinabgehen zu müssen, bei denen ich Hände und Füße gebraucht habe. Anschließend ging es auf einem weg, der nur wenig breiter als ein Schuh war, über Wiesen und durch Latschen nur knapp oberhalb eines steilen Abbruchs. Das war psychisch anstrengender als körperlich, weil es ja auch schon Nachmittag war und die Zeit drängte, das Gelände aber für schnelles Gehen nicht geeignet war.
Trotzdem sind wir heil am Albergo Lago Rosso angekommen. Heute ist der Tovelsee nicht mehr rot, aber bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Düngung der Zuflüsse durch die Almwirtschaft dazu geführt, dass es im Sommer eine Algenblüte gab. Die im See endemische Algenart war leuchtend rot, und die Algenblüte eine Touristenattraktion (vom Tal aus ist der See mit dem Auto oder dem Bus erreichbar).
Wir sind in einer Ferienwohnung in einem Wochenendhaus untergebracht worden, mit Halbpension im Hauptgebäude. Gut möglich, dass dabei der Hintergedanke war, die Familie könnte ja wiederkommen, wenn es ihr gefällt. Gegen diese Sorte Geschäftssinn habe ich nichts...
Sonntag, 14. August 2011
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