
An diesem Tag wurde die heutige politische Grenze nach Italien überschritten. Kulturell ändert sich allerdings noch wenig, schließlich ist das hier immer noch das alte Tirol. Die erste Hütte wurde auch vor der Teilung Tirols errichtet und wird nach wie vor von einer Venter Familie bewirtschaftet.
Der erste Teil des Weges war eher langweilig, der kleinlastergängige Zufhrtsweg zur Martin-Busch-Hütte. Erst danach wurde es interessant. Der Weg führt auf dem ehemaligen Gletschergrund entlang und wird auf altehrwürdige Weise mit Steinmandln markiert. Bald bemerkten wir, dass viele der im Wasser liegenden Steine aus Glimmerschiefer waren und schauten nach Granaten. Daddy, der am wenigsten Konditions- und Motivationsprobleme hat, nutzte die zusätzliche Energie, um Granate zu suchen. Er fand ohne Mühe eine ganze Handvoll.
In der Similaunhütte hat sich ein buntes Völkchen eingefunden, mehrere Sprachen Europas sind zu hören. Den Vogel aber schießt eine Jugendgruppe, wohl hier aus der Gegend, ab: Ihre Mitglieder sprechen eine bunte Mischung aus Tiroler Deutsch, Italienisch und einer Sprache, die wohl Ladinisch sein muss, die alte romanische Sprache Südtirols.
Kurz vor dem Abendessen waren wir noch draußen und konnten etwas ganz besonderes sehen: Zwei Steinböcke haben sich auf den letzten sonnenbeschienenen Flächen niedergelassen und in aller Ruhe wieder gekäut.
Beim gemütlichen Zusammensitzen nach dem Abendessen wurde auch deutlich, warum man auf keinen Fall mit den Bergstiefeln in die Schlafräume im oberen Stockwerk darf: Auf einmal hing durch die Ritzen zwischen den Dielen ein Rucksackriemen herunter. Dreck könnte leicht denselben Weg nehmen - und auf den Tischen landen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen