Heute war das Wandern vor allem eins: anstrengend. Es ging wieder sehr viele Höhenmeter bergauf (1700) und viele, viele Kilometer weit (19). Insgesamt waren wir mit Pausen 10 Stunden unterwegs. Anfangs geht es immer recht gut, das Wetter war ansprechend und die Landschaft auch, Kalkfelsen, Wälder, Wiesen und Wochenendhäuser. Ein Problem hier im Süden ist das Wasser, man braucht wegen der Wärme viel, aber es gibt keine Bäche und Quellen mehr. Bei den Wochenendhäusern weisen die vielen Plastikflaschen in den Schuppen auch darauf hin, dass die Menschen ihr Trinkwasser mit dem Auto herauf bringen. Allenfalls Regentonnen haben wir gesehen. Und weit und breit keine bewirtschafteten Hütten, bis zum Tagesziel.
Das heißt, eine Alm gab es. Als sie kurz vor 6 Uhr abends in Sicht kam, glaubte Sonny schon, wir wären am Ziel. Man hätte dort sogar übernachten können. Aber sie war nicht als Übernachtungsmöglichkeit in der Karte oder im Internet zu finden. Wir hatten noch nicht einmal Zeit, zu schauen, ob wir etwas zu trinken oder zu essen kaufen konnten, aus Angst, dann zu spät am Tagesziel anzukommen und vor verschlossenen Türen zu stehen. Vor lauter Frust hat Sonny erst einmal seinen Rucksack auf den Boden geschmissen.
Keiner von uns hat ihn getadelt. Wir anderen waren nur etwas beherrschter. Gefühlt haben wir das gleiche.
Die gebuchte Übernachtung war dann eine Überraschung: Wir hatten eine Hütte erwartet, statt dessen stand da ein schmuckes Berghotel. Anfangs hatten wir etwas Bedenken, denn als wir von oben kamen, konnten wir sehen, dass das oberste Stockwerk noch nicht ganz ausgebaut war, die vollständig eingerichtete Terrasse und das Restaurant waren von dort aus nicht zu sehen.
So kamen wir dann in den Genuss eines neu und schön ausgestatteten Hotels mit ausgezeichneter regionaler Küche. Wie neu das Haus auch für seine Betreiber war, merkten wir am nächsten Morgen: die Wirtsleute waren noch so wenig mit der Anlage vertraut, dass sie vergessen hatten, den Warmwasserbereiter anzuschalten, so dass wir erst nach dem Frühstück hätten duschen können, das ging aber zeitlich nicht mehr.
Dienstag, 16. August 2011
02.09.2010 Zum Gardasee
Eigentlich wollten wir an diesem Tag das Sarche-Tal entlangwandern. Aber es ist für eine Tagesetappe zu lang, und in keinem der kleinen Orte konnten wir im Voraus eine Übernachtung buchen. Also haben wir in Nago zwei Tage gebucht und sind mit dem Bus durch's Tal gefahren. In Arco sind wir ausgestiegen und auf halber Höhe den Berg entlang nach Nago gelaufen.
Die Wanderung war insgesamt einfach und erholsam, aber der Abstieg nach Nago hatte es in sich: es ging auf schrägen Kalkplatten abwärts, so dass ich doch lieber die Bergschuhe als die Trekkingsandalen angezogen habe.
Die Wanderung war insgesamt einfach und erholsam, aber der Abstieg nach Nago hatte es in sich: es ging auf schrägen Kalkplatten abwärts, so dass ich doch lieber die Bergschuhe als die Trekkingsandalen angezogen habe.
Montag, 15. August 2011
01.09.2010 Auf alten Wegen
Der Weg, den wir heute von Molveno nach Vezzano gegangen sind, ist wohl ein Jahrhunderte alter Säumerweg gewesen. Auf der Nordseite - vom Molvener See hoch - war er so steil und eng, dass er für Fahrzeuge nicht passierbar ist. Weite Teile waren mit großen Steinen befestigt, mit Kehren, die eine Maultierkarawane wohl gut bewältigen könnte. Teilweise war der alte Weg durch Rutschungen verschüttet, doch kam er immer wieder zum Vorschein.
Die Hochebene zwischen dem Passo die San Giovanni und der Bocca di San Giovanni ist malerisch schön. Sie war voller Johanniskraut, dass jetzt allerdings ganz verblüht war.
Beim Abstieg konnte man das ganze Sarche-Tal entlang blicken, bis zum Gardasee am Horizont. Auf dieser Seite war der Weg breiter. Er führt zu Wochenendhäusern und wird daher mit Autos befahren. Allerdings ist er für die ganz breiten Geländewagen nicht tauglich, denn an einigen Stellen ist er aus den Felsen herausgeschlagen, ein Porsche Cayenne würde nicht durchpassen, ein Panda 4x4 aber schon.
Die Hochebene zwischen dem Passo die San Giovanni und der Bocca di San Giovanni ist malerisch schön. Sie war voller Johanniskraut, dass jetzt allerdings ganz verblüht war.
Beim Abstieg konnte man das ganze Sarche-Tal entlang blicken, bis zum Gardasee am Horizont. Auf dieser Seite war der Weg breiter. Er führt zu Wochenendhäusern und wird daher mit Autos befahren. Allerdings ist er für die ganz breiten Geländewagen nicht tauglich, denn an einigen Stellen ist er aus den Felsen herausgeschlagen, ein Porsche Cayenne würde nicht durchpassen, ein Panda 4x4 aber schon.
Sonntag, 14. August 2011
31.08.2010 La Montanara
Die Nacht war schon herbstlich kühl, und am Morgen sind wir warm eingepackt aufgebrochen. Aber mit der Sonne stiegen auch die Temperaturen. Auf den ersten Kilometern war es wie in einem verwunschenen Wald, und ein Steinblock sieht irgendwie aus wie ein versteinerter Wächter. Wer weiß, vielleicht wird er lebendig, wenn der Malga Spora Gefahr droht.
Am Passo della Dagnola hat uns der eiskalte Hangaufwind fast umgepustet. Auf der anderen Seite gab es dementsprechend Föhnsturm. Da haben wir uns gleich leichter angezogen.
Je mehr wir uns Molveno und dem berühmten Refugio la Montanara genähert haben, desto mehr Leute waren unterwegs. Bei der Seilbahnstation war dann richtig viel los. Wir haben uns im Kabinenlift nach unten befördern lassen und waren dann mitten in der Siesta in Molveno. Das Städchen ist hübsch, es hat richtig Flair, mit alten Häusern und kleinen Läden. Es wäre für uns der perfekte Rückzugsort für ein Wochenende zu zweit, wenn unsere Kinder mal groß genug sind, um gern ein Wochenende eine sturmfreie Bude zu haben. Absteigen würden wir wieder im Hotel Olympia, etwas außerhalb, aber liebevoll persönlich geführt von einem ehemaligen Weltmeister im Gleitschirmfliegen.
Am Passo della Dagnola hat uns der eiskalte Hangaufwind fast umgepustet. Auf der anderen Seite gab es dementsprechend Föhnsturm. Da haben wir uns gleich leichter angezogen.
Je mehr wir uns Molveno und dem berühmten Refugio la Montanara genähert haben, desto mehr Leute waren unterwegs. Bei der Seilbahnstation war dann richtig viel los. Wir haben uns im Kabinenlift nach unten befördern lassen und waren dann mitten in der Siesta in Molveno. Das Städchen ist hübsch, es hat richtig Flair, mit alten Häusern und kleinen Läden. Es wäre für uns der perfekte Rückzugsort für ein Wochenende zu zweit, wenn unsere Kinder mal groß genug sind, um gern ein Wochenende eine sturmfreie Bude zu haben. Absteigen würden wir wieder im Hotel Olympia, etwas außerhalb, aber liebevoll persönlich geführt von einem ehemaligen Weltmeister im Gleitschirmfliegen.
30.08.2010 Im Karst
Heute sind wir in kaltem Regen losgelaufen, aber schon bald klarte es auf und die Kleidung wurde von innen nasser als von außen. Nach einigen Kilometern und Höhenmetern kamen wir auf den Campo die Flavona, eine Karsthochfläche von einzigartiger Schönheit. Nicht unbedingt etwas für die Kletterfreaks, aber Wanderer können hier wunderbar verweilen und verschiedene Wege ausprobieren. Es gibt ein paar tiefe Schluchten und Einsturzdolinen, sowie Tafelberge mit herrlich geschichteten Kalksteinen. Pflanzen gibt es natürlich auch jede Menge.
Verlassen haben wir dieses Gebiet über den Passo della Gaiarda, der ein ganz besonderes Phänomen aufweist: Eine der Felswände, die ihn einschließen, ist hohlspiegelförmig, und so ergibt sich ein tolles, langes Echo. Der alte Spruch vom Bürgermeister von Wesel funktioniert hier tatsächlich!
Von der Passhöhe aus konnten wir auch ein letztes Mal die Gletscherwelt des Alpenhaupkamms sehen.
Übernachtet haben wir auf der Malga Spora, Italiens höchstgelegener bewirtschafteter Alm, die nicht per Straße erreichbar ist. Bis vor kurzem war hier nur eine Biwakmöglichkeit, aber seit die nahe gelegene Baita dei Cacciatori nicht mehr in Betrieb ist, kann man im Matratzenlager übernachten und nach Anmeldung Abendessen und Frühstück bekommen. Die Nonna hat uns köstliche Spagetti Bolognese gekocht, und beim Frühstück gab es ganz frische Butter, noch richtig flockig.
Verlassen haben wir dieses Gebiet über den Passo della Gaiarda, der ein ganz besonderes Phänomen aufweist: Eine der Felswände, die ihn einschließen, ist hohlspiegelförmig, und so ergibt sich ein tolles, langes Echo. Der alte Spruch vom Bürgermeister von Wesel funktioniert hier tatsächlich!
Von der Passhöhe aus konnten wir auch ein letztes Mal die Gletscherwelt des Alpenhaupkamms sehen.
Übernachtet haben wir auf der Malga Spora, Italiens höchstgelegener bewirtschafteter Alm, die nicht per Straße erreichbar ist. Bis vor kurzem war hier nur eine Biwakmöglichkeit, aber seit die nahe gelegene Baita dei Cacciatori nicht mehr in Betrieb ist, kann man im Matratzenlager übernachten und nach Anmeldung Abendessen und Frühstück bekommen. Die Nonna hat uns köstliche Spagetti Bolognese gekocht, und beim Frühstück gab es ganz frische Butter, noch richtig flockig.
29.08.2010 Hinunter zum Tovelsee
Die heutige Etappe war ein gutes Beispiel dafür, dass man in der Planung immer eine Reserve lassen muss. Wir haben einen Abzweig verpasst, weil kein klarer Weg, sondern eine Vielzahl von Wegspuren da war, und bis wir auf der 1:50000er Karte ohne GPS-Gitter sicher sein konnten, dass wir zu weit gegangen waren, waren etwa 7km Umweg gemacht, was die Gesamtkilometer auf 20 erhöht hat. Und das in schwierigem Gelände.
Der Tovelsee, unser Tagesziel, liegt malerisch in einem tief eingeschnittenen Tal. Entsprechend steil sind die Abstiege. Mir hat es gar nicht gefallen, mit dem 12-Kilo-Trekking-Rucksack Stellen hinabgehen zu müssen, bei denen ich Hände und Füße gebraucht habe. Anschließend ging es auf einem weg, der nur wenig breiter als ein Schuh war, über Wiesen und durch Latschen nur knapp oberhalb eines steilen Abbruchs. Das war psychisch anstrengender als körperlich, weil es ja auch schon Nachmittag war und die Zeit drängte, das Gelände aber für schnelles Gehen nicht geeignet war.
Trotzdem sind wir heil am Albergo Lago Rosso angekommen. Heute ist der Tovelsee nicht mehr rot, aber bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Düngung der Zuflüsse durch die Almwirtschaft dazu geführt, dass es im Sommer eine Algenblüte gab. Die im See endemische Algenart war leuchtend rot, und die Algenblüte eine Touristenattraktion (vom Tal aus ist der See mit dem Auto oder dem Bus erreichbar).
Wir sind in einer Ferienwohnung in einem Wochenendhaus untergebracht worden, mit Halbpension im Hauptgebäude. Gut möglich, dass dabei der Hintergedanke war, die Familie könnte ja wiederkommen, wenn es ihr gefällt. Gegen diese Sorte Geschäftssinn habe ich nichts...
Der Tovelsee, unser Tagesziel, liegt malerisch in einem tief eingeschnittenen Tal. Entsprechend steil sind die Abstiege. Mir hat es gar nicht gefallen, mit dem 12-Kilo-Trekking-Rucksack Stellen hinabgehen zu müssen, bei denen ich Hände und Füße gebraucht habe. Anschließend ging es auf einem weg, der nur wenig breiter als ein Schuh war, über Wiesen und durch Latschen nur knapp oberhalb eines steilen Abbruchs. Das war psychisch anstrengender als körperlich, weil es ja auch schon Nachmittag war und die Zeit drängte, das Gelände aber für schnelles Gehen nicht geeignet war.
Trotzdem sind wir heil am Albergo Lago Rosso angekommen. Heute ist der Tovelsee nicht mehr rot, aber bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hat die Düngung der Zuflüsse durch die Almwirtschaft dazu geführt, dass es im Sommer eine Algenblüte gab. Die im See endemische Algenart war leuchtend rot, und die Algenblüte eine Touristenattraktion (vom Tal aus ist der See mit dem Auto oder dem Bus erreichbar).
Wir sind in einer Ferienwohnung in einem Wochenendhaus untergebracht worden, mit Halbpension im Hauptgebäude. Gut möglich, dass dabei der Hintergedanke war, die Familie könnte ja wiederkommen, wenn es ihr gefällt. Gegen diese Sorte Geschäftssinn habe ich nichts...
Samstag, 13. August 2011
28.08.2010 Hinauf in die Brenta
Es ging den ganzen Tag bergauf. Tuenno liegt auf 629 m ü. NN, die Hütte auf 2022 m. Macht nach Adam Riese knapp 1400 Höhenmeter. Wir waren ganz stolz, das in den vorgesehenen 5 1/2 Stunden geschafft zu haben.
Die Brenta-Bären haben wir nicht gesehen, aber Spuren ihrer Anwesenheit: im Beton des Fahrwegs war die Spur eines Jungtiers zu sehen, so groß wie Sonnys Fuß. Und die Bienenstöcke auf einer Lichtung waren mit einem fünffachen Elektrozaun gesichert. Dort auf der Lichtung roch es so, als ob man seine Nase in eine Tüte Kräuterbonbons gesteckt hätte.
Oben auf der Hütte haben wir eine Gruppe Mountainbiker aus der Nähe von Landeck/Tirol getroffen, die wegen eines Schneeeinbruchs kurzfristig ihr Trainingslager verlegen mussten. Letztes Jahr hatten wir offensichtlich Glück mit dem Wetter, gar keinen Schnee und kaum Regen auf dem ganzen Weg.
Der Hüttenwirt ist ein Original, es ist richtig lustig hier. Zum Abendessen gab es Polenta mit allen guten Sachen des Hauses: Würstchen, verschiedene Gulasch-Arten, geschmorte Rippchen... und zum Schluss Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Grappa aus einer Riesenflasche, die dem Wirt auf der Schulter lag. Sie sah aus wie die Chiantiflaschen der Italienurlauber der 70er Jahre...
Die Brenta-Bären haben wir nicht gesehen, aber Spuren ihrer Anwesenheit: im Beton des Fahrwegs war die Spur eines Jungtiers zu sehen, so groß wie Sonnys Fuß. Und die Bienenstöcke auf einer Lichtung waren mit einem fünffachen Elektrozaun gesichert. Dort auf der Lichtung roch es so, als ob man seine Nase in eine Tüte Kräuterbonbons gesteckt hätte.
Oben auf der Hütte haben wir eine Gruppe Mountainbiker aus der Nähe von Landeck/Tirol getroffen, die wegen eines Schneeeinbruchs kurzfristig ihr Trainingslager verlegen mussten. Letztes Jahr hatten wir offensichtlich Glück mit dem Wetter, gar keinen Schnee und kaum Regen auf dem ganzen Weg.
Der Hüttenwirt ist ein Original, es ist richtig lustig hier. Zum Abendessen gab es Polenta mit allen guten Sachen des Hauses: Würstchen, verschiedene Gulasch-Arten, geschmorte Rippchen... und zum Schluss Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Grappa aus einer Riesenflasche, die dem Wirt auf der Schulter lag. Sie sah aus wie die Chiantiflaschen der Italienurlauber der 70er Jahre...
27.08.2010 Im Val di Non
Das heutige Abenteuer bestand darin, einen Weg durch das westliche Val di Non zu finden, der nicht die Straße entlang führte, die zum Teil eine Baustelle war. Wir haben uns die Apfelplantagen entlang gehangelt. In den nördlichen Dörfern, Cloz und Romallo, wird anscheinend der 19. Geburtstag von allen miteinander groß gefeiert, jedenfalls haben wir an den Laternenpfosten Glückwunschwimpel gesehen, und vor der Kirche war ein großer "Triumphbogen" mit der Jahreszahl 1991. Vielleicht sind ja auch die jungen Erwachsenen verpflichtet, dass Fest Maria Himmelfahrt auszurichten.
In Revo haben wir dann den Bus genommen und sind nach Cles gefahren, denn die Straße über den Lac de Cles und vor allem der anschließende Tunnel sind für Fußgänger nicht nutzbar. Dadurch waren wir schon um 14:30 Uhr in Tuenno, unserem heutigen Etappenziel. Das war aber auch ganz gut so, denn die ganze Feuchtigkeit in der Luft, die es so diesig machte, dass wir das Gefühl hatten, auf das Meer und nicht auf einen 3000 m hohen Gebirgszug zuzulaufen - es war schlicht nichts davon zu sehen - entlud sich gegen 15 Uhr in einem gewaltigen Gewitter. Zum Abendessen war dann alles wieder klar, und der Sonnenuntergang war schön.
26.08.2010 Parlo Italiano - un poco
Heute haben wir die Provinzgrenze Südtirol - Trentino und damit auch die Sprachgrenze deutsch/italienisch überschritten. Schon zur Mittagsrast war es soweit. Erst haben wir nicht viel davon gemerkt, dann kam die erste Kreuzung mit rein italienischen Wegweisern.
Zum Kaffeetrinken waren wir im Ristorante Arnica, einem netten Ausflugslokal oberhalb des Val di Non. Eine Bedienung dort sprach zum Glück so gut deutsch, dass ich sie fragen konnte, ob der eingezeichnete, aber nicht markierte Wanderweg tatsächlich existierte. Die Beschilderung war nämlich überwiegend für die Mountainbiker gedacht, die den größten Teil der Gäste ausmachten. Und mit einem Mountainbike ist man halt etwa dreimal so schnell wie zu Fuß, kommt aber nicht so leicht mit Felsen und Bächen zurecht.
Etwas später habe ich nochmal nach dem Weg fragen müssen, ein paar Arbeiter haben eine Wasserleitung erneuert. Wir sind dann entlang dieser "Baustelle" durch die Erde gestapft, statt einen Umweg auf einer Asphaltstraße machen zu müssen.
Unser Quartier heute, die Maso Forcola, war ein neu eingerichtetes "zweites Standbein" einer Apfelplantage. Ein altes Gebäude wurde schön renoviert und mit Zimmern ausgestattet. Eigentlich gäbe es dort kein Abendessen, aber da wir nicht die 4 Kilometer ins nächste Dorf und wieder zurück laufen konnten, hat sich die Wirtsfamilie unserer erbarmt und uns am Abendessen teilnehmen lassen. Gabriella, die Nonna, hat aufgetischt: erst eine Minestrone, dann Kartoffelpfannkuchen, aber nicht mit Apfelmus, sondern mit Schinkenspeck, dazu Gemüse und Salate. Irgendwie war alles so zubereitet, dass der Eigengeschmack der Zutaten fein herausgestellt wurde. Es war einfach köstlich.
Leider reicht mein Italienisch noch lange nicht für ein Tischgespräch, aber die ebenfalls eingeladene andere deutsche Besucherin hat, soweit es ging, für uns übersetzt.
Zum Kaffeetrinken waren wir im Ristorante Arnica, einem netten Ausflugslokal oberhalb des Val di Non. Eine Bedienung dort sprach zum Glück so gut deutsch, dass ich sie fragen konnte, ob der eingezeichnete, aber nicht markierte Wanderweg tatsächlich existierte. Die Beschilderung war nämlich überwiegend für die Mountainbiker gedacht, die den größten Teil der Gäste ausmachten. Und mit einem Mountainbike ist man halt etwa dreimal so schnell wie zu Fuß, kommt aber nicht so leicht mit Felsen und Bächen zurecht.
Etwas später habe ich nochmal nach dem Weg fragen müssen, ein paar Arbeiter haben eine Wasserleitung erneuert. Wir sind dann entlang dieser "Baustelle" durch die Erde gestapft, statt einen Umweg auf einer Asphaltstraße machen zu müssen.
Unser Quartier heute, die Maso Forcola, war ein neu eingerichtetes "zweites Standbein" einer Apfelplantage. Ein altes Gebäude wurde schön renoviert und mit Zimmern ausgestattet. Eigentlich gäbe es dort kein Abendessen, aber da wir nicht die 4 Kilometer ins nächste Dorf und wieder zurück laufen konnten, hat sich die Wirtsfamilie unserer erbarmt und uns am Abendessen teilnehmen lassen. Gabriella, die Nonna, hat aufgetischt: erst eine Minestrone, dann Kartoffelpfannkuchen, aber nicht mit Apfelmus, sondern mit Schinkenspeck, dazu Gemüse und Salate. Irgendwie war alles so zubereitet, dass der Eigengeschmack der Zutaten fein herausgestellt wurde. Es war einfach köstlich.
Leider reicht mein Italienisch noch lange nicht für ein Tischgespräch, aber die ebenfalls eingeladene andere deutsche Besucherin hat, soweit es ging, für uns übersetzt.
Montag, 4. Juli 2011
25.08.2010 Auch neue Karten lügen manchmal
Wir haben es tatsächlich geschafft, gleich am ersten Tag 13 km Strecke und 1300 Höhenmeter zu laufen, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet und es so geplant, dass man auch ein Stück mit dem Bus hätte fahren können. Aber Daddy und Daughty waren strikt dagegen.
Am Anfang des Tages war es ein wenig unangenehm, denn der auf der Karte eingezeichnete Weg am Wasserfall vorbei existierte nicht mehr. Nach einigem Suchen wurde ein Trampelpfad gefunden, der aber leider auf der Driving Range des neu angelegten Golfplatzes endete - was den Golfern natürlich gar nicht gefiel. Später stellte sich heraus, dass ein für das Mittagessen eingeplanter Gasthof nicht mehr in Betrieb war. Die Karte hatten wir erst im vorigen Jahr gekauft, und ansonsten waren die Tobacco-Karten (im Gegensatz zu denen von Kompass) immer exakt gewesen. Nun ja.

In der Nähe dieser schönen Martinskapelle, in Bad Gfrill, hatten wir dafür dann eines dieser Erlebnisse, die diese Wanderung zu etwas ganz besonderem machen. Es war Kaffezeit, und so sind wir im Cafe eingekehrt. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, in Gfrill zu übernachten, um die erste Etappe kurz zu halten, aber dort war Ruhetag. Der Gfriller Hof und das Cafe Bad Gfrill werden von der gleichen Familie betrieben, und als wir auf der Terrasse Platz genommen hatten, fragte uns die Bedienung: "Sind Sie die Pilger?" Daraufhin entspann sich eins der netten Gespräche, die uns so gefallen, und wir wurden wunderbar bedient und mit den besten Wünschen weitergeschickt.
Am Anfang des Tages war es ein wenig unangenehm, denn der auf der Karte eingezeichnete Weg am Wasserfall vorbei existierte nicht mehr. Nach einigem Suchen wurde ein Trampelpfad gefunden, der aber leider auf der Driving Range des neu angelegten Golfplatzes endete - was den Golfern natürlich gar nicht gefiel. Später stellte sich heraus, dass ein für das Mittagessen eingeplanter Gasthof nicht mehr in Betrieb war. Die Karte hatten wir erst im vorigen Jahr gekauft, und ansonsten waren die Tobacco-Karten (im Gegensatz zu denen von Kompass) immer exakt gewesen. Nun ja.

In der Nähe dieser schönen Martinskapelle, in Bad Gfrill, hatten wir dafür dann eines dieser Erlebnisse, die diese Wanderung zu etwas ganz besonderem machen. Es war Kaffezeit, und so sind wir im Cafe eingekehrt. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, in Gfrill zu übernachten, um die erste Etappe kurz zu halten, aber dort war Ruhetag. Der Gfriller Hof und das Cafe Bad Gfrill werden von der gleichen Familie betrieben, und als wir auf der Terrasse Platz genommen hatten, fragte uns die Bedienung: "Sind Sie die Pilger?" Daraufhin entspann sich eins der netten Gespräche, die uns so gefallen, und wir wurden wunderbar bedient und mit den besten Wünschen weitergeschickt.
24.08.2010 Wieder unterwegs
Als Zugtickets hatten wir in Deutschland Rückfahrkarten von/bis Bozen gekauft, da Rückfahrkarten im internationalen Verkehr oft preiswerter sind als Einzelfahrkarten. Für die Strecken Bozen-Lana/Bugstall und später Verona-Bozen direkt in Italien Fahrkarten zu kaufen, sollte kein Problem sein, dachten wir, und so war es auch. In Bozen hatte ich es erst auf Italienisch versucht, aber der Mensch am Schalter hat mir gleich auf Deutsch geantwortet. Alles lief prima.
Vom Bahnhof aus konnten wir uns etwas einlaufen und haben unsere Pension problemlos gefunden. Die Pension Unteranger hier in Lana ist ein gutes Beispiel dafür, dass die offizielle Sterne-Klassifikation unsere Bedürfnisse nicht richtig wiederspiegelt. Die Zimmer sind einfach ausgestattet und ohne Fernseher, deshalb gibt es offiziell nur einen Stern. Aber die Wirtin ist nett und die ganze Atmosphäre so freundlich, dass wir uns gleich wohl gefühlt haben. Wir haben beschlossen, für uns außer der Sterne-Klassifizierung auch eine Herzen-Klassifizierung einzufzühren, für Freundlichkei und Wohlfühlen-lassen. Das hier waren vier Herzen.
Vom Bahnhof aus konnten wir uns etwas einlaufen und haben unsere Pension problemlos gefunden. Die Pension Unteranger hier in Lana ist ein gutes Beispiel dafür, dass die offizielle Sterne-Klassifikation unsere Bedürfnisse nicht richtig wiederspiegelt. Die Zimmer sind einfach ausgestattet und ohne Fernseher, deshalb gibt es offiziell nur einen Stern. Aber die Wirtin ist nett und die ganze Atmosphäre so freundlich, dass wir uns gleich wohl gefühlt haben. Wir haben beschlossen, für uns außer der Sterne-Klassifizierung auch eine Herzen-Klassifizierung einzufzühren, für Freundlichkei und Wohlfühlen-lassen. Das hier waren vier Herzen.
Mittwoch, 11. Mai 2011
Detailplanung 2010
Hier gestaltete sich die Planung der Etappen wieder deutlich schwieriger, weil es ja keine Vorgaben durch einen Weitwanderweg gab. Einige Varianten mussten wieder verworfen werden, weil keine geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten zu finden waren.
In den Brenta-Dolomiten und am Monte Baldo ist das Netz von Berghütten und Jausenstationen deutlich dünner als im Herzen der Alpen. Gut, in der Brenta gibt es noch einige, aber meist in der Nähe der beliebten Kletterstellen und untereinander nicht durch einfach zu gehende Bergpfade verbunden. Mit mehr als zehn Kilo Gepäck auf dem Rücken sind aber Kletterpartien nicht zu meistern. Häufiger als bewirtschaftete Hütten sind Biwakräume bei den Almhütten, aber für Leute wie uns, die nicht ihre ganze Verpflegung für mehrere Tage und warme Schlafsäcke tragen können, sind sie nicht nutzbar. Frühstück und Abendessen müssen wir am Übernachtungsort kaufen können.
Nach und nach kristallisierte sich eine Route heraus: Vom Etschtal über das Gampenjoch ins Nonstal/Val di Non, am Lago di Cles nach Tuenno, dort in die nördliche Brenta hinein, dann Abstieg zum Tovelsee, Durchquerund der südlichen Brenta und Abstieg nach Molveno, dann weiter nach Vezzano und durch das Sarche-Tal zum Nordende des Gardasees. Anschließend über den Kamm des Monte Baldo nach Süden, durch die Vorberge zur Etsch und die Etsch entlang Richtung Verona.
In den Brenta-Dolomiten und am Monte Baldo ist das Netz von Berghütten und Jausenstationen deutlich dünner als im Herzen der Alpen. Gut, in der Brenta gibt es noch einige, aber meist in der Nähe der beliebten Kletterstellen und untereinander nicht durch einfach zu gehende Bergpfade verbunden. Mit mehr als zehn Kilo Gepäck auf dem Rücken sind aber Kletterpartien nicht zu meistern. Häufiger als bewirtschaftete Hütten sind Biwakräume bei den Almhütten, aber für Leute wie uns, die nicht ihre ganze Verpflegung für mehrere Tage und warme Schlafsäcke tragen können, sind sie nicht nutzbar. Frühstück und Abendessen müssen wir am Übernachtungsort kaufen können.
Nach und nach kristallisierte sich eine Route heraus: Vom Etschtal über das Gampenjoch ins Nonstal/Val di Non, am Lago di Cles nach Tuenno, dort in die nördliche Brenta hinein, dann Abstieg zum Tovelsee, Durchquerund der südlichen Brenta und Abstieg nach Molveno, dann weiter nach Vezzano und durch das Sarche-Tal zum Nordende des Gardasees. Anschließend über den Kamm des Monte Baldo nach Süden, durch die Vorberge zur Etsch und die Etsch entlang Richtung Verona.
Mittwoch, 4. Mai 2011
2009 / 2010 Weitere Planung
Der E5 führt über Bozen und die Berge östlich des Etschtals weiter nach Verona. Das war auch unser nächstes Ziel, aber die Wegbeschreibungen in den Wanderführern waren doch eher abschreckend: Lange Etappen (bis 20 km) ohne Abkürzungsmöglichkeiten, manchmal die Warnung, dass es keine Möglichkeit gibt, tagsüber einzukehren oder Wasser aufzufüllen...
Da Sonny mit seinen 11 3/4 Jahren und kaum über 20 kg Gewicht im Sommer 2010 nur seine Kleidung und den Hüttenschlafsack tragen kann, Mom sowieso eher schwächere Kondition hat und Dad deshalb fast alle Lebensmittel und Getränke schleppen muss, kam das für uns so nicht in Frage.
Also haben wir nach Alternativen gesucht und eine Route durch die Brenta-Dolomiten und über den Monte Baldo ausgesucht. Wieder wurde das Internet stark genutzt, um Informationen über Hütten, Hotels und Pensionen zu bekommen. Wanderkarten und topographische Karten von Italien haben wir bei Karten Schrieb bekommen (www.karten-schrieb.de, gerade eben lese ich dort, dass es vom Sarche-Tal und vom Monte Baldo jetzt neue, hoffentlich bessere Karten gibt). Auf den Satellitenbildern von Google Maps habe ich überprüft, ob die eingezeichneten Wege auch exitieren.
Die Hütten auf dem Monte Baldo lassen sich zum Teil nur telefonisch beim Hüttenwirt reservieren. Ich habe eine italienische Freundin gebeten, dass für mich zu machen, denn mehr als radebrechen war bei mir Anfang 2010 auf italienisch noch nicht drin.
Da Sonny mit seinen 11 3/4 Jahren und kaum über 20 kg Gewicht im Sommer 2010 nur seine Kleidung und den Hüttenschlafsack tragen kann, Mom sowieso eher schwächere Kondition hat und Dad deshalb fast alle Lebensmittel und Getränke schleppen muss, kam das für uns so nicht in Frage.
Also haben wir nach Alternativen gesucht und eine Route durch die Brenta-Dolomiten und über den Monte Baldo ausgesucht. Wieder wurde das Internet stark genutzt, um Informationen über Hütten, Hotels und Pensionen zu bekommen. Wanderkarten und topographische Karten von Italien haben wir bei Karten Schrieb bekommen (www.karten-schrieb.de, gerade eben lese ich dort, dass es vom Sarche-Tal und vom Monte Baldo jetzt neue, hoffentlich bessere Karten gibt). Auf den Satellitenbildern von Google Maps habe ich überprüft, ob die eingezeichneten Wege auch exitieren.
Die Hütten auf dem Monte Baldo lassen sich zum Teil nur telefonisch beim Hüttenwirt reservieren. Ich habe eine italienische Freundin gebeten, dass für mich zu machen, denn mehr als radebrechen war bei mir Anfang 2010 auf italienisch noch nicht drin.
Dienstag, 3. Mai 2011
17.08.2009, Meraner Höhenweg II
Der östliche, Meran näher liegende Teil des Höhenwegs war einfacher zu gehen. Die Auswaschungen waren geringer, und an vielen Stellen sind Metalltreppen angebracht, um die Höhenunterschiede leichter bewältigen zu können. Hier ist es eher so, dass das Abwarten des Gegenverkehrs Zeit braucht.
Eigentlich hatten wir vorgehabt, bis Dorf Triol zu laufen, aber es wurde spät, und so sind wir schon mit der Seilbahn von der Leiteralm nach Algund gefahren und von dort aus zum Qartier in Schenna.
Diese Seilbahnen sind nur etwas für Schwindelfreie! Der obere Teil ist ein Korblift, das heißt, um einen Gitterrost als Boden ist aus Lochblech eine Art tallienhoher Käfig für zwei Personen gebaut, der wie ein Korb am Seil hängt.
Der untere Teil ist ein Sessellift, dessen Sessel wie Gartenstühle aussehen. Der kleine Schutzbügel vor dem Bauch ist nicht verschließbar, wenn man seinen Riesenrucksack auf den Schoß nehmen muss, man muss also ganz still sitzen bleiben...
Eigentlich hatten wir vorgehabt, bis Dorf Triol zu laufen, aber es wurde spät, und so sind wir schon mit der Seilbahn von der Leiteralm nach Algund gefahren und von dort aus zum Qartier in Schenna.
Diese Seilbahnen sind nur etwas für Schwindelfreie! Der obere Teil ist ein Korblift, das heißt, um einen Gitterrost als Boden ist aus Lochblech eine Art tallienhoher Käfig für zwei Personen gebaut, der wie ein Korb am Seil hängt.
Der untere Teil ist ein Sessellift, dessen Sessel wie Gartenstühle aussehen. Der kleine Schutzbügel vor dem Bauch ist nicht verschließbar, wenn man seinen Riesenrucksack auf den Schoß nehmen muss, man muss also ganz still sitzen bleiben...
16.08.2009, Meraner Höhenweg I
Auf den Wanderkarten und besonders auf der Panoramakarte sieht der Meraner Höhenweg sehr einfach zu laufen aus: Eine fast gerade Linie immer auf gleicher Höhe.
Aber die Seitenbäche der Etsch sind tief in das Gebirge eingeschnitten, und nur an wenigen Stellen sind Brücken. Meist muss man einige Dutzend Höhenmeter auf- oder absteigen, um sie queren zu können. Im Moment sind auch viele Wege teilweise ausgewaschen, die Trampelpfade der Wanderer sind mit dem schweren Gepäck nicht einfach zu begehen.
An einem der Höfe war die alte Kapelle vor nicht allzu langer Zeit als Franziskuskapelle neu ausgemalt worden, ein schönes Stück moderne Volkskunst. Den ausligenden Text des Sonnengesangs haben wir mit verteilten Stimmen gebetet. Leider haben wir kein Bild von dieser schönen Stelle, unsere Kamera hatte ihren Geist aufgegeben.
Ein schöner Trost für die Mühe sind die Stellen, an denen Wildbeeren in großen Mengen wachsen: Es ist selten, dass man sich an wilden Himbeeren satt essen kann und immer noch viel übrig ist!
Das Highlight für Sonny und Daddy heute war aber der kostenlose Tischkicker, der bei unserem Quartier, dem Gasthof Giggelberg, aufgestellt ist. Die beiden hatten einen Heidenspaß...
Aber die Seitenbäche der Etsch sind tief in das Gebirge eingeschnitten, und nur an wenigen Stellen sind Brücken. Meist muss man einige Dutzend Höhenmeter auf- oder absteigen, um sie queren zu können. Im Moment sind auch viele Wege teilweise ausgewaschen, die Trampelpfade der Wanderer sind mit dem schweren Gepäck nicht einfach zu begehen.
An einem der Höfe war die alte Kapelle vor nicht allzu langer Zeit als Franziskuskapelle neu ausgemalt worden, ein schönes Stück moderne Volkskunst. Den ausligenden Text des Sonnengesangs haben wir mit verteilten Stimmen gebetet. Leider haben wir kein Bild von dieser schönen Stelle, unsere Kamera hatte ihren Geist aufgegeben.
Ein schöner Trost für die Mühe sind die Stellen, an denen Wildbeeren in großen Mengen wachsen: Es ist selten, dass man sich an wilden Himbeeren satt essen kann und immer noch viel übrig ist!
Das Highlight für Sonny und Daddy heute war aber der kostenlose Tischkicker, der bei unserem Quartier, dem Gasthof Giggelberg, aufgestellt ist. Die beiden hatten einen Heidenspaß...
Montag, 2. Mai 2011
15.08.2009 Im oberen Schnalstal
Nach dem Abstieg von der Hütte haben wir uns auf dem Kirchweihfest von Unsere Liebe Frau eine Auszeit gegönnt. Die Dorfkapelle hat natürlich aufgespielt, das bemerkenswerteste Stück waren Variationen zu "Drei Chinesen mit dem Kontrabass", in allen Stilarten von Marsch über Samba bis Jazz.
Im Ort ist auch ein "Achäopark", ein Museum, in dem die Lebenswelt "Ötzis", der Gletscherleiche aus der späten Steinzeit, nachgestellt wird. Das haben wir uns gründlich angeschaut und auch das Skript zur Sonderausstellung über Textilherstellung in der Steinzeit gekauft.
Der Mensch hat schon vor Tausenden von Jahren die Umwelt verändert: Man konnte an Überresten von Bäumen aus Sümpfen nachweisen, dass durch die Beweidung mit Schafen schon in der Bronzezeit die Waldgrenze im Schnalstal von 2500 auf 2000 Meter gedrückt wurde!
Um rechtzeitig beim Quartier anzukommen, haben wir den Bus genommen und sind von Katharinaberg zum Untervernatschhof aufgestiegen. Hier kann man mehrmals pro Tag eine Zeitreise machen: Zimmer und Einrichtung sind aus dem 19. Jahrhundert, das Haus selbst noch älter, eine Treppenstufe hätte ich schon längst ersetzt... und die Sanitäranlagen neueste Technik des 21. Jahrhunderts!
Im Ort ist auch ein "Achäopark", ein Museum, in dem die Lebenswelt "Ötzis", der Gletscherleiche aus der späten Steinzeit, nachgestellt wird. Das haben wir uns gründlich angeschaut und auch das Skript zur Sonderausstellung über Textilherstellung in der Steinzeit gekauft.
Der Mensch hat schon vor Tausenden von Jahren die Umwelt verändert: Man konnte an Überresten von Bäumen aus Sümpfen nachweisen, dass durch die Beweidung mit Schafen schon in der Bronzezeit die Waldgrenze im Schnalstal von 2500 auf 2000 Meter gedrückt wurde!
Um rechtzeitig beim Quartier anzukommen, haben wir den Bus genommen und sind von Katharinaberg zum Untervernatschhof aufgestiegen. Hier kann man mehrmals pro Tag eine Zeitreise machen: Zimmer und Einrichtung sind aus dem 19. Jahrhundert, das Haus selbst noch älter, eine Treppenstufe hätte ich schon längst ersetzt... und die Sanitäranlagen neueste Technik des 21. Jahrhunderts!
Sonntag, 1. Mai 2011
14.08.2009, Similaunhütte

An diesem Tag wurde die heutige politische Grenze nach Italien überschritten. Kulturell ändert sich allerdings noch wenig, schließlich ist das hier immer noch das alte Tirol. Die erste Hütte wurde auch vor der Teilung Tirols errichtet und wird nach wie vor von einer Venter Familie bewirtschaftet.
Der erste Teil des Weges war eher langweilig, der kleinlastergängige Zufhrtsweg zur Martin-Busch-Hütte. Erst danach wurde es interessant. Der Weg führt auf dem ehemaligen Gletschergrund entlang und wird auf altehrwürdige Weise mit Steinmandln markiert. Bald bemerkten wir, dass viele der im Wasser liegenden Steine aus Glimmerschiefer waren und schauten nach Granaten. Daddy, der am wenigsten Konditions- und Motivationsprobleme hat, nutzte die zusätzliche Energie, um Granate zu suchen. Er fand ohne Mühe eine ganze Handvoll.
In der Similaunhütte hat sich ein buntes Völkchen eingefunden, mehrere Sprachen Europas sind zu hören. Den Vogel aber schießt eine Jugendgruppe, wohl hier aus der Gegend, ab: Ihre Mitglieder sprechen eine bunte Mischung aus Tiroler Deutsch, Italienisch und einer Sprache, die wohl Ladinisch sein muss, die alte romanische Sprache Südtirols.
Kurz vor dem Abendessen waren wir noch draußen und konnten etwas ganz besonderes sehen: Zwei Steinböcke haben sich auf den letzten sonnenbeschienenen Flächen niedergelassen und in aller Ruhe wieder gekäut.
Beim gemütlichen Zusammensitzen nach dem Abendessen wurde auch deutlich, warum man auf keinen Fall mit den Bergstiefeln in die Schlafräume im oberen Stockwerk darf: Auf einmal hing durch die Ritzen zwischen den Dielen ein Rucksackriemen herunter. Dreck könnte leicht denselben Weg nehmen - und auf den Tischen landen.
12.08.2009 Ruhetag in Sölden
Daughty wollte einen Stadtbummel in Sölden machen. Weil dies ja einer der meistbeworbenen Urlaubsorte Österreichs ist, haben wir eine Ansammlung kleiner Läden, Kneipen und Konditoreien erwartet, wie wir es aus anderen Orten kennen. Doch wir wurden enttäuscht. Mit Mühe haben wir ein Eiscafe gefunden, in dem wir etwas essen konnten. Sonny hat sich auf dem Riesentrampolin ausgetobt, sein Bewegungsdrang ist nicht zu stoppen.
Aber Läden haben wir vergebens gesucht, nur an der Bahnstation gab es ein Sportartikelgeschäft. Und geschlossene Bars und Nachtklubs gab es in Mengen. Sölden ist also offensichtlich für eine ganz andere Art von Touristen ausgelegt als uns...
Eine nette Begegnung hatten wir aber auf dem Weg zurück ins Hotel auf der Gaislachalm: Ein junger Mann und eine junge Frau in der typischen Kleidung orthodoxer Juden baten uns um Hilfe, weil eines der geliehenen Mountainbikes defekt war. Leider konnten wir nicht weiterhelfen, denn unser Mobiltelefon war im Hotel geblieben und die Räder waren ohne Werkzeug verliehen worden.
Aber Läden haben wir vergebens gesucht, nur an der Bahnstation gab es ein Sportartikelgeschäft. Und geschlossene Bars und Nachtklubs gab es in Mengen. Sölden ist also offensichtlich für eine ganz andere Art von Touristen ausgelegt als uns...
Eine nette Begegnung hatten wir aber auf dem Weg zurück ins Hotel auf der Gaislachalm: Ein junger Mann und eine junge Frau in der typischen Kleidung orthodoxer Juden baten uns um Hilfe, weil eines der geliehenen Mountainbikes defekt war. Leider konnten wir nicht weiterhelfen, denn unser Mobiltelefon war im Hotel geblieben und die Räder waren ohne Werkzeug verliehen worden.
11.08.2009, Oberhalb von Sölden

Der Tag fing mit einem Mißklang an: Weil, anders als auf den anderen Hütten, kein Zeitlimit für das Frühstück angegeben war, haben wir uns Zeit gelassen, damit die Gruppen gemeinsam zuerst frühstücken konnten. Um fünf nach Acht wurden wir dann recht barsch darüber aufgeklärt, dass es eigentlich nur bis um Acht Frühstück gibt. Wir durften uns dann aber an den Resten bedienen. Entsprechend fiel das Frühstück dürftig und wenig stimmungsvoll aus.
Dann ging es hinaus ins Waschküchenwetter. Der Normalweg über das Pitztaler Jöchlwar durch Steinschlag verschüttet, die Alternative führte über das Rettenbachjoch. Wir haben uns entschieden, dort die Schwarze-Schneid-Bahn zu nehmen, statt auf dem Gletscher abwärts zu laufen. Während der Sesselliftfahrt sahen wir dann auch Leute, die auf dem Weg gewaltig ins Rutschen kamen.
Ab der Talstation war das Wetter dann angenehmer, allerdings waren so auch die gewaltigen Eingriffe sichtbar, die für den Skitourismus vorgenommen wurden. Zum Glück konnten wir bald rechts nach Süden abbiegen, um durch Latschenkiefer-, Alpenrosen- und Blaubeergebüsch oberhalb des Orts zur Geislachalm zu kommen.
Ob das auf dem Bild oben Früchte von Erika oder irgendwelche Gallen sind, haben wir allerdings nicht herausbekommen.
10.08.2009 Zur Braunschweiger Hütte

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes, im Gegenteil waren für den Nachmittag Gewitter angekündigt. Also sind wir doch mit dem Bus bis Mittelberg gefahren, um auf jeden Fall zur Braunschweiger Hütte aufsteigen zu können.
Es wurde gerade gebaut und mit dem Hubschrauber Material nach oben transportiert, da haben wir gedacht, so lange der fliegt, können wir auch wandern!
So waren wir schon zum Mittagessen oben und hatten fast einen Ruhetag. Die Hütte war gut gefüllt und so war es abends gar nicht einfach, einen Platz zum Essen zu finden, zumal die Alpinschule Innsbruck gerade einen Kurs abhielt und den größten Teil der Tische für sich belegt hatte. Irgendwie ging es aber doch, und es war recht stimmungsvoll. Bei uns in der Stube war eine Gruppe junger Leute, von denen einige ähnlich verpflasterte Füße hatten wie Mom...
Die Gletscherwelt hier oben ist schon beeindruckend. Veteranen werden sicher sagen, dass es alles nur noch traurige Reste sind, aber für Leute wie uns, die Gletscher bisher nur aus der Theorie und von Ferne kannten, sind sie doch eine besondere Erfahrung. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass Gletschereis grau ist und in der Senkrechten Haarnadelkurven beschreiben kann.
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09.08.2009 Wenns - Eggenstall

Die heutige Etappe haben wir unseren Füßen zuliebe abgekürzt und den kostenlosen Gästebus durch's Pitztal genutzt. Zunächst aber sind wir durch die Pitzeschlucht und noch etwas weiter gewandert. Ausgeschilderte Wanderwege gibt es das Tal entlang zwar nicht, aber die Mountainbikerouten funktionieren genauso gut und sind nur von einzelnen Radlern befahren, so dass man als Wanderer kein Hindernis darstellt.
Gegen Ende der Schluchtwanderung gab es noch eine Schrecksekunde, weil Mom noch einmal ausgerutscht ist und sich, um nicht im Abgrund zu landen, mit beiden Fäusten voraus Richtung Hang geschmissen hat. Jetzt ist der Daumennagel blau.
Das Quartier ist in Eggenstall, wieder bei sehr freundlichen Leuten, in deren Heizungskeller wir unsere Wäsche trocknen dürfen. Wir hätten sogar Waschmaschine und Trockner benutzen dürfen, aber bei Socken und Shirts aus Wolle und Seide geht das halt nicht, da ist altmodische Handarbeit gefragt.
Im Gasthof zur Sonne haben wir bei hervorragender Bedienung preiswert und gut gegessen. Lustig fanden wir, dass es für den kleinen zweiten Durst ein Weizenbierglas in Größe 0,2l gab, es sah aus, als gehöre es zu einem Puppengeschirr.
08.08.2009 Zams - Wenns

Die lange, schwere Etappe des Vortags hat ihre Spuren hinerlassen. An Moms Fersen waren riesige Blasen unter der Hornhaut. Zum Glück gibt es Tape und Blasenpflaster.
Das Wetter war wolkig, deshalb haben wir nicht den "offiziellen" E5 über den Grat des Venetberges genommen, sondern sind auf der Höhe der Bergstation der Venetbahn südlich um den Berg herungelaufen. Das ist ein herrrlicher Weg über Almwiesen, durch Heide und Alpenrosen, der Untergrund ist häufig Glimmer.
Bei einem Hof haben wir Hunde gefunden, die ein paar Streicheleinheiten haben wollten, die wir natürlich gerne verteilen.
In einem schlammig-moorigen Teilstück ist Mom ausgerutscht, ihre Hose wurde bis auf die Unterhose durchnässt. Zum Glück war die nächste Hütte nicht weit, da konnte sie sich umziehen. Kurz vor Wenns fing es an zu regnen, das war aber nicht mehr schlimm.
Als Quartier hatten wir diesmal eine Ferienwohnung im Haus Elisabeth bei Familie Eiter. Eine besser ausgestattete Wohnung haben wir noch nirgends gesehen, und so freundliche Wirtsleute, die einem den Kaffe für's Frühstück schenken, sind auch selten.
Diese guten Begegnungen mit den Mitmenschen sind für uns mit das Schönste und Wichtigste beim Pilgern. Es geht uns darum, Land und Leute kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Später in Italien wird das wegen der Sprachbarriere schwieriger.
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